Verwendung von Cookies: Um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, werden Cookies verwendet.
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Für weitere Informationen klicke hier. OK

Kinder helfen Kindern – „Wasser ist Leben“

„Habt ihr schon mal eine frische, grüne Kokosnuss aufgehackt und zum erfrischenden Trinken angeboten bekommen? Es schmeckt einfach köstlich und stellt jeden gekauften Softdrink in den Schatten…“ Diese und andere Entdeckungen machte unser Team beim Besuch in Recife/Brasilien.

Recife spätestens seit der Fußballweltmeisterschaft 2014 bekannt für sein neu erbautes Stadion, war in den Medien sehr präsent. Zwischen den Berichterstattungen über Fußball,  Land & Leute und die brasilianische Kultur gab es auch spät abends Reprotagen über Projekte zur Armutsbekämpfung. Dier Schere zwischen Arm und Reich klafft unermesslich weit auseinander…

Auch unsere Kirche (united methodist church UMC)  ist schon seit vielen Jahren in Brasilien aktiv. „Schatten und Wasser“ – „Shade and fresh water“ sind in Brasilien gefügelte Worte für ein Projektformat, dass Kindern Werte, Halt und Zukunft vermittelt.

Nun  startet die Weltmission gemeinsam mit dem ZK Kinderwerk   „Wasser ist Leben“ unsere diesjährige Kinder helfen Kinder Aktion. Wer sich weiter darüber informieren möchte und auch in diesem Jahr mit der Gemeinde diese Aktion unterstützen möchte, findet auf den Seiten der Weltmission viele interessante Informationen. Auf der Seite unseres ZK Kindewerkes ist die Arbeitshilfe zur Einführung ins Thema  für Kinder und Gemeinde  als pdf. Herunterzuladen. Die CD mit vielen Bildern etc. bekommt ihr bei uns im Kinder und Jugendwerk.


„Auf und macht die Herzen weit…“
Eure Sonntagsschulsekretärin

>>> Matthäus 12, 15-21 >>>

Die Abschnitte in Matthäus 12 atmen alle den Geist der schweren Auseinandersetzung Jesu mit den Pharisäern. Hier wird ein Kampf ausgefochten, der noch für etwas ganz anderes steht: Die Ablösung des frühen Christentums vom Judentum. Und das war alles andere als eine leichte Sache. Auch an der Person des Paulus wird das deutlich (Phil 3,5, Apg 23,6). Das Matthäusevangelium ist ein Zeugnis für diesen harten Kampf der Ablösung der frühen ChristInnen vom pharisäisch geprägten Judentum. Das ist um so spannender, als dass das, was wir von Jesus an Überlieferungen haben, darauf hindeutet, dass er genau dieser jüdischen Gruppe – also den Pharisäern – besonders nahe stand. Ist das nicht erstaunlich? Seine Art zu reden, seine Erzählungen, Beispiele und Gleichnisse, das kommt den Überlieferungen, wie wir sie aus dem pharisäischen Judentum kennen, sehr nahe. Es ist kein Zufall, dass es in vielen Bibelstellen in den Evangelien so aussieht, als schlage Jesus die Pharisäer mit ihren eigenen Waffen – mit ihrer eigenen Art und Weise der Schriftauslegung (z.B. Matthäus 12,3).

In Vers 12,15 heißt es, dass Jesus sich zurückzieht, weil er weiß, was die Pharisäer vorhatten, sprich: ihn umzubringen. Doch dieser Rückzug, ist kein Ende der Mission Jesu. Ganz im Gegenteil: Der Evangelist Matthäus zitiert den Propheten Jesaja (Jesaja 42,1-4) um zu zeigen, dass Jesus trotz seines Rückzugs weiter wirkt, sogar weit (oder sogar: erst recht) über die jüdische Welt hinaus.

Ganz gewagt könnte man formulieren: Bei den Menschen, die ihm von seiner Prägung her am nächsten waren, hatte Jesus keine Chance zu landen. Aber weil er sie kannte, konnten und mussten seine Worte und damit seine Botschaft die Pharisäer so tiefgreifend in Frage stellen. Was er – laut Matthäus – in Frage stellt, ist vor allem ihre gesetzliche Sicht des Glaubens, ihre Art, dem Buchstaben des Gesetzes zu folgen, aber die direkte Beziehung zu Gott als Vater im Himmel nicht zuzulassen und damit Gottes Zugewandtheit zum Menschen, seine Menschenfreundlichkeit zu untergraben (Matthäus 12,11).

Manchmal habe ich Angst davor, dass wir heute in unserer Kirche, der Evangelisch-methodistischen Kirche, auf einem Weg sind, der dem ganz ähnlich ist, wie er in der Kritik Jesu an den Pharisäern von Matthäus formuliert ist. Und das, obwohl wir uns Jesus ja ganz nah fühlen. Manchmal kommt es mir vor, als wären unsere Ordnungen, unsere Traditionen und der Blick auf uns selbst wichtiger, als der Blick auf die Menschen um uns herum, die in Not sind. Und ich habe Angst davor, dass Jesus möglicherweise – wäre er jetzt hier und würde Gemeinden besuchen – unser Nach-Innen-Gerichtet-Sein ganz hart kritisieren würde und sich anderen Menschen zuwenden würde: Den Notleidenden um uns herum, die wir oft gar nicht mehr bemerken. Und ich glaube, dass das Wort Jesu, „Wer sein Leben festhalten will, wird es verlieren. Wer es aber um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“, auch für das Gemeindeleben gilt. Es ist Zeit umzudenken – nicht für andere, sondern für uns! Denn ich wünsche mir, dass Jesus in unserer Mitte seine NachfolgerInnen findet und nicht diejenigen, von denen er sich distanzieren muss, weil die Zugewandheit, die Menschenfreundlichekeit, die Liebe Gottes zu den Menschen – und besonders zu den Notleidenden – keinen Ort mehr hat.

Alex von Wascinski
KJW Süd, Stuttgart