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Workshops für JAT-LeiterInnen

Für MitarbeiterInnen aus dem JAT-Bereich aber auch für sonstige Interessierte gibt es jedes Jahr Workshops zu ausgewählten Bereichen (Moderation, Theater, Foto, Technik etc.). Diese Workshops finden in der Regel jeden Mai in Stuttgart statt.

Der Preis für die Teilnahme am Workshop beträgt: 25,- €.

JAT Termine

Die genauen JAT-Termine finden sich

>>> 1. Chronik 14 >>>

Wenn ich durch die Leipziger Innenstadt gehe, jemand auf mich zukommt mit der offensichtlichen Absicht, mir eine Frage zu stellen, dann weite ich meinen Schritt, schwenke ich in einen Laden, mache ich einen großen Bogen um die Person…kurz, ich ergreife die Flucht. Es schießt mir durch den Kopf: lass mich bloß in Ruhe, quatsch mich nicht doof an, stiehl mir nicht meine Zeit und frag mich erst recht nicht nach meinem Geld. Einen Moment ein schlechtes Gewissen, noch zwei drei Mal daran gedacht und danach gefragt, ob derjenige nicht doch etwa meine Hilfe gebraucht hätte, den Zweifel runtergeschluckt und weiter geht’s, fröhlich einkaufen oder Kaffee trinken oder meine Facebook-Nachrichten checken oder was man sonst so alles Schönes ungestört machen kann… Stellung beziehen? Nein, danke!
Da kollidiere ich definitiv mit dem Text der heutigen Bibellese. David ist neuer König. Der neue Chef der Israeliten und damit der neue Repräsentant. Er wurde von Gott gesalbt und damit legitimiert. Als das die Philister hörten, kommt es nicht zu großen Geschenken für David oder zu einem gemeinsamen Kaffeekränzchen, sondern zur knallharten Auseinandersetzung um Davids Legitimation. Denn David kommt nicht von ungefähr und erst recht unterstützt ihn nicht irgendein Gott. Da steht Jahwe, der Herr, und er fordert Stellungnahme und nicht feiges Einknicken oder in die Flucht schlagen. Da kommt es für David hart auf hart. Gott fordert Auseinandersetzung, Stellungnahme, Einstehen und mit erhobenem Kopf vorangehen. Er ist es, der hilft. Er ist es, der Halt bietet im Zweifel. Gott ist es, der hier zur Auseinandersetzung ermutigt und David gut berät.
Und bei mir? Wo fordern mich Gott und mein  Glaube auf, Stellung zu beziehen?
Vor den Notunterkünften von Asylbewerbern? Auf der Seite der Kleinen und Benachteiligten in der Schule? Bei den Hungrigen auf der Straße? Beim schreienden Kind im Innenhof meines Mehrfamilienhauses? Bei der Entscheidung, ob ich mich konfirmieren lasse oder lieber Jugendweihe mache? Stehe ich auf der Seite der Masse? Oder schwimme ich gegen den Strom? Mache ich den Mund auf, wenn eine behinderte Frau in der Bahn ausgelacht wird, kaufe ich die Straßenzeitung statt eines Extranagellacks und gebe ich den bettelnden Menschen Brot? Öffne ich die Tür und helfe, wenn ich danach gefragt werde oder nur, wenn es mir angenehm ist?
Kurz, beziehe ich Stellung, wenn Gott und mein Glaube mich fordern? Oder schlage ich mich in die Flucht?

Susann Finsterbusch, Leipzig